Mitteilung: Schülerverkehr und Schulwegplanung - Arbeitsprogramm und weiteres Vorgehen

Betreff
Mitteilung: Schülerverkehr und Schulwegplanung - Arbeitsprogramm und weiteres Vorgehen
Bezug Vorlage A 2019 0979
Vorlage
M 2020 1182
Aktenzeichen
66
Art
M i t t e i l u n g

Nachfolgende Mitteilung gebe ich Ihnen zur Kenntnis.

 

 


1       Allgemeines

 

Der Verwaltungsausschuss hat am 10.09.2019 den Bürgermeister beauftragt, einen runden Tisch "Schulwegpläne" unter Beteiligung der Schulen, des Stadtelternrats, der Straßenverkehrsbehörde, des ADFC sowie der Polizei und den Fachabteilungen der Stadtverwaltung einzuberufen. Am 21.11.2019 wurde im Zuge des "Runden Tisches Radverkehr" die Schulwegplanung behandelt. Es bestand Konsens, dass die Schulwegplanung mit Analyse der Bestandsituation, der Entwicklung von Maßnahmen zur Verkehrssicherung und der intensiven Beteiligung der Eltern und Schüler ein vordringliches Thema ist, das weiter verfolgt werden sollte.

 

Auf der Veranstaltung wurde bereits darauf hingewiesen, dass für die Schulwegplanung ein Planungsauftrag vergeben werden soll, der die Schulwege für die Schulen in der Kernstadt zum Gegenstand hat. Mit dieser Vorlage soll das Arbeitsprogramm des beabsichtigten Auftrages und die weitere Vorgehensweise erläutert werden. Die Vergabe des Auftrags soll im Verwaltungsausschuss am 10.03.2020 beschlossen werden.

 

 

2       Arbeitsprogramm "Verkehrskonzept Schülerverkehr und Schulwegplanung"

 

In der Anlage befindet sich das Arbeitsprogramm.

 

Die Schulwege zu folgenden Schulen sollen untersucht werden

  • die Grundschule Burgdorf, Hannoversche Neustadt 32,
  • RBG Burgdorf (Vor dem Celler Tor 91/Im Langen Mühlenfeld 9) und neuer Standort
  • Gudrun-Pausewang-Schule (Grünewaldstraße 1),
  • Gymnasium Burgdorf (Berliner Ring 27),
  • Astrid-Lindgren-Grundschule (Lippoldstraße 10)

 

2.1      Bestanderfassung und Analyse

Es sollen Verkehrserhebungen an der Nord-Südachse an allen wichtigen Kreuzungen mittels Videotechnik durchgeführt werden. Anschließend erfolgt eine Bestandaufnahme im unmittelbaren Umfeld der Schulen, zum Beispiel werden Geh- und Radwege untersucht, die Verkehrsregelung und die Querungsstellen sowie die Parkplätze. Es erfolgt eine Analyse der Gefahrenstellen im Straßen- und Wegenetz, insbesondere werden die Hol- und Bringzonen intensiv beurteilt.

 

2.2      Netzplanung sichere Schulwege

Auf Grundlage der Bestandsaufnahme wird eine Netzplanung für sichere Schulwege aus den Wohnquartieren der Kernstadt zu den Schulstandorten entwickelt. Es wird ein Netzplan für die gesamte Kernstadt erstellt.

 

2.3      Maßnahmenplan

Auf Grundlage der Netzplanung und der Analyse der Mängel werden

  • Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und ggf. der sozialen Sicherheit auf den Schulwegen in Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen örtlichen Akteuren entwickelt
  • Vorschläge zur Gestaltung von Hol- und Bringzonen erarbeitet
  • Vorschläge zur besseren Auslastung aller Stellplätze abgeleitet
  • die Kosten der empfohlenen Maßnahmen ermittelt

 

Die Maßnahmen werden ebenfalls in ihrer Gesamtheit für die Stadt Burgdorf dargestellt. Es werden keine Detailpläne für einzelne Schulen erarbeitet.

 

 


2.4      Beteiligung der Schulen und Elternvertretungen

Es sind zunächst drei Workshops à fünf Stunden im Angebot des Planungsbüros enthalten, die an den Schulen durchgeführt werden sollen. Weitere Workshops können je nach Bedarf umgesetzt werden.

 

Weitere Beteiligungsverfahren, z.B. eine Befragung und Auswertung wie die SchülerInnen zur jeweiligen Schule gelangen, welche Gefahrenpunkte von Eltern und SchülerInnen gesehen werden oder die Organisation einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe, sind von den Schulen und den Elternvertretern zu betreuen und durchzuführen. Die Fachabteilungen Tiefbau und Schulen, Kultur und Sport können aufgrund der geringen Personalkapazitäten dabei nur sehr eingeschränkt unterstützend tätig werden. Die Fragebögen und Anschreiben können von den Fachabteilungen inhaltlich vorbereitet werden.

Mit dem Leitfaden der Bundesanstalt für Straßenwesen "Schulwegpläne leichtgemacht – Der Leitfaden" stehen auf der Internetseite umfangreiche Muster für Anschreiben und Auswertungen von Befragungen zur Verwendung zur Verfügung.

Eine Abfrage bei den Schulen hinsichtlich der Unterstützung im Rahmen eines Beteiligungsverfahren hatte folgendes Ergebnis:

Die Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, die Grundschule Burgdorf und die Astrid-Lindgren-Grundschule können die Anschreiben und die Fragebögen versenden und die Auswertung von Fragebögen durchführen. Das Gymnasium und die Gudrun-Pausewang-Grundschule können lediglich die Verteilung und Rückgabe von Fragebögen organisieren, eine Auswertung von Fragebögen kann nicht geleistet werden. Muss die Auswertung von Fragebögen durch das beauftragte Verkehrsplanungsbüro durchgeführt werden, ist dies mit nicht unerheblichen Mehrkosten von 3.000,00 bis 6.000,00 € zusätzlich verbunden. Nach Auffassung der Fachabteilungen sollten diese Aufgaben von den Schulen geleistet werden. Da absehbar ist, dass die Arbeiten nicht von allen Schulen geleistet werden, sind zusätzliche Haushaltsmittel bereitzustellen.

Die Analyse des Ist-Zustandes der Schulwege sowie die Durchführung von Workshops obliegt den Fachabteilungen.

 

 

3       Individuelle Schulwegpläne für einzelne Schulen

 

Im Angebot ist nicht die Erstellung von individuellen Schulwegplänen, siehe ein Beispiel in der folgenden Abbildung, für jede einzelne Schule enthalten. Derartige Broschüren/Flyer mit Karte und Erläuterungen sind sehr arbeitsaufwendig herzustellen und müssen bei Bedarf von der Schule entwickelt oder separat an ein Planungsbüro beauftragt werden.

 

Schulwegpläne

 

 

4       Finanzierung

 

Die Region Hannover beteiligt sich mit einem Höchstbetrag an den Kosten für die Erstellung eines Verkehrskonzeptes Schülerverkehr und Schulwegplanung für die Stadt Burgdorf, das sind ca. 50 % der Kosten. Für weitergehende Optionen, z.B. Geschwindigkeitsmessungen, mehr als 3 Workshops oder zusätzliche Abstimmungstermine sowie der Versand oder die Auswertung von Fragebögen, kann keine weitere Kostenbeteiligung von der Region Hannover in Aussicht gestellt werden. Die Beteiligung seitens der Region Hannover ist bereits außergewöhnlich hoch.

 

 

5       Weiteres Vorgehen Schulwegplanung

 

Die Einrichtung und Betreuung von projektbegleitenden Arbeitsgruppen in den jeweiligen Schulen, die Einbeziehung der Eltern in Form von Befragungen etc. sowie die Auswertungen derartiger Abfragungen soll nach Auffassung der Fachabteilungen von den Vertretern der Schulen mit Hilfe der Elternvertretungen erfolgen. Voraussichtlich ab Mitte April soll das Verkehrsplanungsbüro mit der Analyse der Schulwege beginnen. Parallel dazu sollen dann im Mai/Juni die Elternbefragungen mit Hilfe der Schulen durchgeführt werden. Erste Ergebnisse in Bezug auf die Analyse und Identifikation von Problemstellen werden nach den Sommerferien im September erwartet. Der Abschluss des Projekts wird für Anfang 2021 angestrebt.

 

 

6       Pilotprojekt zur Schulwegsicherung im Zusammenarbeit mit dem Mobilnetz der Region Hannover – Bezug A 2019 1143; M 2019 1143/1

 

Im Anschluss an die Erarbeitung von Maßnahmen im Rahmen der Schulwegplanung ist zu überlegen, ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Mobilnetzwerk der Region Hannover in der Kernstadt umzusetzen, um zum Beispiel eine geänderte Verkehrsführung oder die Anlage von Hol- und Bringzonen vor Ort zu testen.

 

Aus Sicht der Fachabteilungen macht es keinen Sinn, temporäre Projekte in Zusammenarbeit mit dem Mobilnetzwerk im Vorfeld zu den Ergebnissen der Schulwegplanung in der Kernstadt umzusetzen. Die Fachabteilungen halten es für sinnvoller, ein Projekt in Ehlershausen an der dortigen Waldschule in 2020 durchzuführen.

 

 

 

Anlagen:     Arbeitsprogramm Verkehrskonzept Schülerverkehr und Schulwegplanung für die Stadt Burgdorf 

 

 

 

 

 

 

(Pollehn)