Urnen unter Bäumen

Betreff
Urnen unter Bäumen auf dem Stadtfriedhof
Vorlage
2008 0413
Aktenzeichen
873-11-1
Art
Beschlussvorlage

Finanz. Auswirkungen in Euro

Haushaltsstelle

VwH

VmH

Einmalige Kosten:

6.000,- €

75000.510000

Laufende Kosten:

240,- €

75000.516000

Haushaltsmittel stehen zur Verfügung:

 ja

 nein

 

 

Beschlussvorschlag:

 

zu a)   Der Umwelt- und Verkehrsausschuss schließt sich der Beschlussempfehlung zu b) an.

zu b)   Der Verwaltungsausschuss beschließt,

die Verwaltung mit der Umsetzung der beschriebenen Planung zu beauftragen.

 

 

Sachverhalt und Begründung:

 

Der Betrieb der Friedhöfe verlangt vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen und einer sich wandelnden Bestattungskultur ein möglichst professionelles Management.

Die Anforderung lautet, mit den Gebühren einen möglichst hohen Kostendeckungsgrad bei der Friedhofsunterhaltung zu erzielen. Um dies zu erreichen, muss neben einer effektiven Verwaltung der veränderten Bestattungskultur Rechnung getragen werden, um eine hohe Belegung erzielen zu können. Nur so können die laufenden Kosten für die Unterhaltung des vorgehaltenen Geländes und dessen Einrichtungen wie Kapelle, Wasserstellen, Müllentsorgung u.ä. durch die eingenommenen Gebühren aufgefangen werden.

Heute erwarten die Bürger von Friedhofsbetreibern, dass sie vielfältige Bestattungsformen anbieten. Dies sind neben Erdbestattungen in Reihen- und Wahlgräbern Erdbestattungen in Rasengräbern, anonyme Bestattungen, Urnenbestattungen in verschiedenen Grabanlagen, Gemeinschaftsgrabanlagen u.a..

In diesem Zusammenhang erscheinen in der Presse in regelmäßigen Abständen Artikel zur Bestattung in sogenannten „Friedwäldern“, die dem Bedürfnis nach einer pflegeleichten und naturnahen Bestattungsform entgegenkommen. In den Beratungsgesprächen zum Grabverkauf und aus Rückmeldungen der Bestatter hat sich gezeigt, dass bereits jetzt eine verstärkte Nachfrage nach einer Bestattungsform besteht, die diese Ansprüche erfüllt.

Diesem Bedürfnis soll nun auf dem Stadtfriedhof – an die örtliche Situation angepasst – mit dem Projekt „Urnen unter Bäumen“ entsprochen werden, um Bürgern, die eine solche Grabform wählen möchten, die Möglichkeit zu bieten, auf einem städtischen Friedhof eine Grabstelle zu erwerben. So wird verhindert, dass u. U. ganze Familien auf andere Friedhöfe abwandern.

Diese Maßnahme wird auch in die Friedhofsentwicklungsplanung integriert, die ein Gesamtkonzept für alle städtischen Friedhöfe erstellen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft ausweisen soll (s. dazu Vorlage 2008 406).

 

 

Situation

 

In den letzten 5 Jahren haben Urnenbestattungen einen Anteil von rd. 42 % an den Bestattungen auf dem Stadtfriedhof erreicht (s. Tabelle). Derzeit werden auf dem Stadtfriedhof Urnenreihen- oder Urnenwahlgräber sowie anonyme Urnenbestattungen angeboten. Die Reihen- und Wahlgräber können bepflanzt oder als Rasengrab angelegt werden. Mit „Urnen unter Bäumen“ soll das Angebot in diesem Dienstleistungssegment erweitert werden.

 

 

2002

2003

2004

2005

2006

2007

Gesamt

Sargbestattungen

71

63

55

42

54

52

337

Urnenbestattungen

41

35

54

39

41

33

243

GESAMT

112

98

109

81

95

85

580

Anteil Urnenbestattungen in %

36,6

35,7

49,5

48,2

43,2

38,8

41,9

 

 

Planung

 

Für das Projekt „Urnen unter Bäumen“ wurde eine Eiche auf dem Wahlgräberfeld südöstlich der Kapelle ausgewählt (s. Anlage 1). Um diese soll in einem Radius von 3,50 m eine Heckeneinfassung aus Buchsbaum gepflanzt werden, die als geschnittene Hecke von ca. 1 m Höhe erhalten wird. Über eine kleine rautenförmige Plattenfläche betritt man den mit der Hecke eingefassten Rasenbereich.

Der Zugang wird torförmig von zwei ca. 1,30 m hohen Natursteinstehlen gefasst, an denen Metallplatten mit Namen und Lebensdaten der Bestatteten befestigt werden können. Auf Pflasterflächen an den Stelen besteht die Möglichkeit kleinere Blumenarrangements abzulegen. Blumenbeete als Überleitung zwischen Sandsteinstele und Hecke schmücken den Zugang und die Sandsteinstelen. (s. Anlage 2)

 

Innerhalb des Heckenkreises sollen mindestens 40 Urnen zwischen den Baumwurzeln Platz finden. Eine namentliche Kennzeichnung innerhalb der Rasenfläche soll nicht möglich sein.

 

Rasenmahd und Heckenschnitt werden von der mit der Friedhofspflege beauftragten Firma durchgeführt. Die Pflege der Staudenflächen sowie das Abräumen der Blumen übernähme der Gärtnerbauhof.

 

Für die Anlage von Hecke, Zugang, Stehlen und Beeten fallen Kosten in Höhe von ca. 6.000,- € an. Für die Unterhaltung sind 240,- €/Jahr zu veranschlagen. Durch Anlage der Pflanzung in der Pflanzperiode 2008 und die Durchführung der Steinarbeiten Anfang 2009 stehen die Mittel im Verwaltungshaushalt zur Verfügung.

 

 

Schlussbemerkungen

Die neue Grabart ist in die Friedhofssatzung aufzunehmen und entsprechend auch die Gebühr zu kalkulieren. Die Urnengräber unter Bäumen werden Urnenwahlgräber mit der Beisetzungsmöglichkeit für eine Urne. Selbstverständlich können auch mehrere Urnenwahlgräber erworben werden. Die Gebühr für ein Grab wird für 25 Jahre incl. Pflege voraussichtlich bei ca. 1.000,- € liegen Zum Vergleich: Ein Urnenreihengrab mit Rasenpflege kostet, wenn die neue Gebührenordnung - wie vorgeschlagen – beschlossen wird, 815,- €; ein Urnenwahlgrab (für 2 Urnen) mit Rasenpflege 1.245,- €.

Anfang 2009 werde ich dem Rat die notwendigen Satzungsänderungen vorlegen, so dass  nach Pflanzung und Durchführung der Steinarbeiten die neue Grabart den Angehörigen angeboten werden kann.

 

 


Anlage 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Anlage 2

Grundriss (unmaßstäblich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansichtsskizze: