Sitzung: 03.03.2026 Ausschuss für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung
Beschluss: einstimmig beschlossen
Vorlage: A 2026 1249/1
Beschluss:
1. Die Empfehlungen des
Landespräventionsrates Niedersachsen für die Struktur von erfolgreichen
Präventionsräten Niedersachsen werden übernommen.
2.
Hierzu werden verbindlich eingerichtet:
·
eine Lenkungsgruppe als steuerndes
Gremium,
·
themenbezogene Arbeitsgruppen zur
operativen Umsetzung, die bedarfsorientiert und auf Grundlage fachlicher
Analysen sowie aktueller Präventionsbedarfe eingerichtet werden.
3.
Zur Vorbereitung der themenbezogenen
Arbeitsgruppen wird eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Sie basiert auf drei Komponenten:
·
auf Gesprächen mit relevanten
Akteuren*innen (Stakeholdern),
·
auf einer quantitativen Auswertung der
Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und
·
auf einer öffentlichen Informations- und
Dialogveranstaltung „Prävention in Burgdorf“.
4. Der
Bürgermeister der Stadt Burgdorf wird beauftragt, die Zusammensetzung,
Arbeitsweise und Geschäftsabläufe gemäß der dargestellten Struktur umzusetzen
und dem Ausschuss für Soziales, Integration, Gleichstellung und Prävention
(A-SIPG) regelmäßig über den Sachstand und die Resultate zu berichten.
5. Der Präventionsrat wird
gebeten, innerhalb von sechs Monaten nach seiner Konstituierung einen
priorisierten Zielrahmen für Burgdorf zu entwickeln und dem Rat vorzulegen.
Dabei sollen insbesondere solche Handlungsfelder berücksichtigt werden, bei
denen in Burgdorf ein erkennbarer präventiver Bedarf besteht, insbesondere:
·
Unterstützung
von Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Schulabbruchrisiko,
·
Prävention
von Gewalt im öffentlichen Raum,
·
Stärkung
der Sprach- und Integrationskompetenz,
·
Schutz
und Förderung von Mädchen und Frauen,
·
Verbesserung
der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Schulen, Polizei und Ehrenamt,
·
Entwicklung
von Sicherheitskonzepten für Bereiche (subjektiver) Unsicherheit, z. B. am
Bahnhof, in der Bahnhofstraße, an Flüchtlingsunterkünften und auf Schulhöfen,
·
Abbau
von Integrationshemmnissen durch erleichterte berufliche Tätigkeiten für
zugewanderte Personen.
·
Die
Zielsetzungen sollen in geeigneter Weise nachvollziehbar formuliert und messbar
gestaltet werden, um erzielte Fortschritte transparent darstellen zu können.
6.
Um
eine wirksame und realistische Arbeit zu gewährleisten, konzentriert sich die
Lenkungsgruppe jährlich auf eine begrenzte Zahl, maximal zwei, priorisierter
Themenfelder. Für diese werden jeweils
·
ein
klarer Arbeitsauftrag,
·
eine
federführende Stelle sowie
·
ein
angestrebter Zeitrahmen
festgelegt.
7. Der Präventionsrat berichtet dem Rat jährlich
über
·
die
gesetzten Schwerpunkte,
·
die
eingeleiteten Maßnahmen sowie
·
die
erkennbaren Entwicklungen.
Herr
Kugel erläuterte, dass
in Ergänzung der Ursprungsvorlage auf die Historie des
Präventionsrates Burgdorf einzugehen sei.
Der Präventionsrat habe in Burgdorf annähernd 20 Jahre sehr erfolgreich
gewirkt, und zwar von Beginn an unter dem Vorsitz von Herrn Wolfgang Müller, ab
März 2007 unter dem Vorsitz von Herrn Matthias Paul.
Die Gründung des Präventionsrates Burgdorf basierte auf einem Beschluss
des damaligen Rates, den dieser am 04.11.1999 gefasst hatte. Die erste Sitzung
der Lenkungsgruppe des Präventionsrates fand am 23.03.2000 statt, danach nahmen
die seinerzeit eingerichteten Arbeitskreise ihre Arbeit auf.
Nach dem Jahr 2000 wurde zu Beginn der jeweiligen Wahlperiode der neu
gewählten Stadträte eine Beschlussfassung über die Besetzung des Präventionsrates
herbeigeführt.
Frau
Beerbaum-Vellinga
stellte ihr erarbeitetes Konzept zur Neustrukturierung des Präventionsrates der
Stadt Burgdorf ausführlich anhand einer Präsentation vor (siehe Anlage 1).
Frau
Beerbaum-Vellinga
erläuterte, dass es in Burgdorf bereits seit dem Jahr 2000 eine hohe Aktivität
bei der Umsetzung vom Präventionsarbeiten gegeben habe. Sie würdigte außerdem
das damalige ehrenamtliche Engagement innerhalb der bestehenden Arbeitsgruppen
zu Themen wie Kinder- und Jugendgewalt, Integration und häusliche Gewalt. Aus
ihrer Sicht sei Präventionsarbeit nicht immer in Zahlen messbar, aber hier in
Burgdorf deutlich spürbar.
Herr
H. Braun wies darauf
hin, dass dem neuen Präventionsrat viele verschiedene Akteure angehören sollen,
die Politik dabei jedoch kaum vertreten sei.
Frau
Beerbaum-Vellinga
erklärte, dass es Rückmeldungen über die Fachausschüsse sowie die
Ausschussvorsitzenden und zudem einen jährlichen Bericht der Lenkungsgruppe an
den Rat gebe. Außerdem werde sie regelmäßig in den Sitzungen des Ausschusses
für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung Sachstände mitteilen.
Frau
Kicza empfand es als
sinnvoll, dass der/die jeweilige Vorsitzende des Ausschusses für Soziales,
Integration, Prävention und Gleichstellung auch Mitglied der Lenkungsgruppe
werde.
Herr
Dr. Vehling bedankte
sich für den Vortrag und gab zwei Punkte zu bedenken. Zunächst fehlten ihm die
konkreten Ziele für den neuen Präventionsrat. Zudem erachtete er es als
sinnvoll an, dass die Erkenntnisse des derzeit in Bearbeitung befindlichen
Integrationskonzeptes in die Arbeit des Präventionsrates einfließen. Aus seiner
Sicht sollte der Beginn der Arbeit des Präventionsrates zudem in der neuen
Wahlperiode erfolgen, um zu erreichen, dass der neu gewählte Rat die Beschlüsse
auch mittrage.
Herr
Dr. Vehling erläuterte
anschließend ausführlich die Beweggründe sowie den Inhalt des vorliegenden
Antrages. Dieser beabsichtige, den Präventionsrat stärker an seinen Zielen
auszurichten.
Frau
Meinig bedankte sich
für die eingebrachten Anregungen für den beginnenden Prozess der Arbeit des
Präventionsrates. Auch sie erachte die Erkenntnisse des Integrationskonzeptes
als eine wichtige Grundlage für weitere Arbeit. Aus ihrer Sicht sei jedoch
zunächst eine Analyse notwendig, um sich weitere Ziele setzen zu können.
Herr
H. Braun bewertete den
vorliegenden Antrag als Ergänzungsantrag, der gut in die vorliegenden
Beschlussvorlage einbezogen werden könne.
Frau
Beerbaum-Vellinga
bedankte sich für die gut passenden Anregungen
Zunächst
ließ Herr Wortmann über folgenden Änderungsantrag abstimmen:
Der
oder die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Integration, Gleichstellung
und Prävention wird als Mitglied in die Lenkungsgruppe aufgenommen.
Die
Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Integration, Prävention und
Gleichstellung stimmten diesem Änderungsantrag einstimmig zu.
Nach
kurzer Diskussion wurde an der Absicht festgehalten, die Arbeit des
Präventionsrates nach Möglichkeit noch in der laufenden Wahlperiode zu
beginnen, um keine zeitlichen Verzögerungen entstehen zu lassen.
Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Integration, Prävention und Gleichstellung fassten sodann folgenden empfehlenden
