TOP Ö 7: Möglichkeiten der Gründung einer gemeinsamen Integrierten Gesamtschule Hannover Ostkreis;
Antrag der SPD-Fraktion vom 02.06.2008

Beschluss: einstimmig beschlossen

Beschluss:

 

Der Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport beauftragt die Verwaltung, in Absprache mit den Verwaltungen der Stadt Lehrte und der Gemeinde Uetze, einen den gesetzlichen Anforderungen für die Gründung einer neuen gemeinsamen IGS entsprechenden Fragebogen zu entwickeln und die Befragung der Eltern durchzuführen.

 

Nach der Abstimmung verließ Herr Baxmann die Sitzung.


Die Tagesordnungspunkte 7 und 8 wurden zusammen beraten.

 

Herr Alker erläuterte den Antrag der SPD-Fraktion. Nach den erneuten Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz (NSchG) ist die Bildung neuer Gesamtschulen wieder möglich. Die Voraussetzung dafür sei jedoch eine 5-Zügigkeit der Gesamtschule, wobei das vorhandene dreigliedrige Schulsystem im Bestand nicht gefährdet werden dürfe. Dass Burgdorf ein solches Projekt mit den vorhandenen Schülerzahlen nicht alleine schaffen könne, stehe nach Herrn Alker außer Frage. Daher wird seitens der SPD-Fraktion vorgeschlagen, eine Kooperation mit anderen Schulträgern, ähnlich der VHS Ostkreis, zu prüfen. In Frage kämen als Kooperationspartner die Stadt Lehrte, auch als möglicher Standort der Schule, und die Gemeinde Uetze. Das weitere Vorgehen zu diesem Anliegen solle in dieser Sitzung besprochen werden.

 

Herr Obst fasste den Antrag der CDU-Fraktion (TOP 8) zusammen. Herr Obst erklärte, dass zur Integrierten Gesamtschule bereits eine Abstimmung „mit den Füßen“ stattfinde. Im letzten Jahr gingen insgesamt 64 Burgdorfer Schüler zur IGS Roderbruch nach Hannover. Davon nicht erfasst sei die Anzahl der zwar angemeldeten aber nicht aufgenommenen Schüler. Daher sei, so Herr Obst, eine Meinungsumfrage unter den betroffenen Eltern erforderlich. Damit könne der eigentliche Bedarf an Gesamtschulplätzen ermittelt werden.

 

Herr Baxmann berichtete, dass mit den Verwaltungsleitungen von Lehrte und Uetze ein ersten Sondierungsgespräch stattgefunden habe. Das gemeinsame weitere Vorgehen werde noch verabredet.

 

Herr Braun sprach sich ebenfalls dafür aus, dass zunächst eine Umfrage bei den Eltern durchgeführt werden sollte, damit Zahlen vorliegen, über die diskutiert werden könne. Die Eltern müssten im Fragebogen auch beantworten, ob sie die Entscheidung für die Gesamtschule auch bei einem Standort außerhalb Burgdorfs, z.B. Lehrte, aufrechterhalten. Für viele Eltern sei die Fahrzeit zur Schule sicher ein wichtiges Kriterium.

 

Frau Wunn erklärte, der Elternwille zum Schulbesuch ihrer Kinder sollte berücksichtigt werden. Sie gab aber zu bedenken, dass die rechtliche Vorgabe der Fünf-Zügigkeit einer solchen Gesamtschule, schon eine große Anforderung darstelle. Insofern sollte den Eltern nicht sehr viel Hoffnung gemacht werden, dass das Projekt erfolgreich sein wird, zumal die erforderliche Genehmigung durch die Landesschulbehörde zumindest fraglich sei. Zuvor sei die Beteiligung der Region Hannover als Kommunalaufsicht und Träger der Schülerbeförderung erforderlich. Da hier mit steigenden Kosten zu rechnen sei, werde die Region vermutlich nicht zustimmen, so die Einschätzung von Frau Wunn.

 

Herr Baxmann vertrat die Auffassung, dass sich Wettbewerb unter den Schulen durchaus positiv auswirken könne. Die Schülerzahlen, z.B. gibt es an der Hauptschule lediglich eine neue fünfte Klasse, zeigen dass das vorhandene Schulsystem nicht mehr so große Akzeptanz erfahre. Schüler, die mehr als zwei Kilometer von der besuchten Schule entfernt wohnen, haben bereits jetzt schon Anspruch auf eine Fahrkarte, ergänzte Herr Strecker. Ein starker Anstieg der Kosten für die Schülerbeförderung sei für die Region Hannover damit voraussichtlich nicht zu erwarten.

 

Herr Alker erläuterte, dass in einer IGS das Abitur weiterhin nach 13 Schuljahren erreicht werden kann, anders als am Gymnasium in zwölf Jahren. Für Eltern sei es ein wichtiges Kriterium, wenn ihre Kinder mehr Zeit für den Unterrichtsstoff haben. Nach Auffassung von Herrn Alker sollte man sich fragen, ob die Hauptschule noch zeitgemäß sei. Bei den geringen Schülerzahlen dort, müsse die Frage einer Aufhebung der Hauptschule bei Gründung einer IGS geprüft werden. Auch Herr Alker sprach sich für eine möglichst schnelle Durchführung einer Elternbefragung aus. Der Standort müsste zuvor festgelegt werden, da dies die Entscheidung der Eltern beeinflussen werde.

 

Herr Obst gab zu bedenken, dass die Gründung einer IGS keine Garantie für die Qualität des Unterrichtes sei. Grundsätzlich plädiere er für die Erhöhung der Anzahl an Lehrkräften in den Schulen und eine bessere Ausbildung der Lehrkräfte.

 

Herr Berz erschien zur Sitzung.

 

Herr Gärtner fasste den nachfolgend formulierten Beschluss und bat um Abstimmung darüber. Dieser erging einstimmig.