Sitzung: 29.10.2024 Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Liegenschaften u. Verkehr
Beschluss: einstimmig beschlossen
Abstimmung: Ja: 8, Nein: 0, Enthaltung: 0, Befangen: 0
Vorlage: BV 2024 0790/1
Einstimmig fassen die Ausschussmitglieder folgenden empfehlenden
Beschluss:
Der Rat der Stadt Burgdorf beauftragt den Bürgermeister, die von MODULDREI Standortstrategie GmbH erstellte „Strategie für den Wirtschaftsstandort Burgdorf“ in ihrer vorliegenden Fassung vom 24.07.2024 umzusetzen.
Der Rat verfolgt damit die in der Vision formulierten strategischen Ziele:
2030 IST
BURGDORF EIN STANDORT ...
1. ... der sich durch ein gutes wirtschaftliches Netzwerk auszeichnet, in
dem viele Informationen geteilt werden.
2. ... der gut mit Arbeits- und Fachkräften versorgt ist, eine gute
Bildungsinfrastruktur aufweisen kann und dazu familienfreundlich ist.
3. ... der Entwicklungsmöglichkeiten für innovative Unternehmen bietet und
resilient ist durch einen breiten Branchenmix.
4. ... mit einer attraktiven Innenstadt, die eine ausgewogene Qualität
bietet und neben dem Konsum zum Verweilen einlädt.
5. ... an dem Gewerbeflächen strategisch entwickelt und anschließend
proaktiv vermarktet werden. Gewerbeflächenentwicklung ist Ausdruck
gesamtstädtischer Planungen und ist sich der ökologischen Auswirkungen bewusst.
6. ... mit einer Wirtschaftsförderung, die ihre großen und kleinen
Unternehmen kennt und bestmöglich betreut - ihr Auftreten ist dabei
lösungsorientiert und sie versteht sich als Lotsin für die Unternehmen.
Die Umsetzung der
Strategie für den Wirtschaftsstandort soll in den von MODULDREI empfohlenen 3
Handlungsfeldern erfolgen:
Handlungsfeld A: Gewerbeflächenentwicklung und Ansiedlungen
Handlungsfeld B: Innenstadtentwicklung
Handlungsfeld C: Bestandspflege und Vernetzung (Lokal und Regional)
In den jeweiligen
Handlungsfeldern sollen folgende Ziele verfolgt werden:
Ziele
Handlungsfeld A: Gewerbeflächenentwicklung und Ansiedlungen
1. Erhöhung der Steuereinnahmen
2. Strategische Flächenentwicklung durch Vergabekriterien
3. Konsequente Nachverdichtung im Bestand
Ziele
Handlungsfeld B: Innenstadtentwicklung
1. Der Spittaplatz ist zentraler Ort der Begegnung mit hoher
Aufenthaltsqualität
2. Gute Erreichbarkeit der Innenstadt durch multimodale (verschiedene)
Angebote
3. Minimierung von Leerständen durch proaktives Leerstandsmanagement
Ziele
Handlungsfeld C: Bestandspflege und Vernetzung (Lokal und Regional)
1. Unternehmen und Arbeits- und Fachkräfte finden effektiv zusammen
2. Regelmässiger Informationsfluss zwischen Unternehmen
3. Wirtschaftsfreundliche Verwaltung durch Lotsendienst
4. Standortprägende Unternehmen werden gehalten
Der Rat stellt dafür die erforderlichen Ressourcen im Rahmen der Haushaltsmittel und des Stellenplanes bereit.
Damit soll die Wirtschaftsförderung in die Lage versetzt werden, auf die in der Wirtschaftsstandortstrategie beschriebene Vision Burgdorf 2030 hin arbeiten zu können und die priorisierten Handlungsfelder und Projekte realisierbar zu machen.
Grundlage für die Bereitstellung der Mittel ist das Arbeitsprogramm, das die Wirtschaftsförderung in einem jährlichen Bericht zu den laufenden und geplanten Aktivitäten vorstellt. Für das Haushaltsjahr 2025/2026 gilt das in dem vorliegenden Strategiepapier vorgestellte Arbeitsprogramm (S. 63). Das Arbeitsprogramm wird durch die jeweiligen Projekte in den 3 Handlungsfeldern beschrieben.
Als ein wesentliches Projekt soll im Handlungsfeld A seitens der Verwaltung unter Beteiligung der betroffenen Fachabteilungen ein Masterplan Gewerbeflächen erstellt werden, der im Ergebnis als Leitfaden für Politik und Verwaltung zur mittel- und langfristigen Planung dienen soll. Dieser gibt an, an welchen Standorten welche Entwicklungen möglich sind und berücksichtigt dabei auch die gesamtstädtische Entwicklung.
Der Rat beschließt zudem als grundlegende Voraussetzung zur Umsetzbarkeit die von MODULDREI empfohlene Schaffung von dauerhaften 1,5 Stellen nur für die Wirtschaftsförderung im Stellenplan.
Herr Gawlik erläutert, dass die beiden Anträge Grundlage dieser Beschlussvorlage sind bzw. wurden diese im Beschlussvorschlag aufgegriffen. Er zieht daraus die Erkenntnis, dass die Gründung der Burgdorf GmbH angeschoben werden muss. Weiterhin findet er 1,5 Stellen nicht ausreichend, um die ganzen Aufgaben kurzfristig umzusetzen. Seines Erachtens sollte der Stellenbedarf auf drei Stellen erhöht werden.
Herr Sund lobt die nachvollziehbare Darstellung der Aufgaben und deren geplanter Abarbeitung. Auch er findet, dass die Burgdorf GmbH gegründet werden muss, damit hier Personal tätig werden kann. Er findet, dass zunächst die Aufstockung um 1,5 Stellen ausreichend ist. Erstmal sollte man gucken, wie sich das Aufgabenfeld entwickelt und das Personal dann ggf. aufstocken.
Herr Braun regt an, die Diskussion in Bezug auf die Stellen im Rahmen des Stellenplans zu führen.
Auch Herr Apel findet, dass das Thema Wirtschaftsförderung strukturiert dargestellt ist und man eine gute Übersicht hat. Damit liegt ein Konzept vor, aber es muss auch in die Umsetzung eingestiegen werden. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Burgdorf GmbH. Man muss aber auch mit dem arbeiten, was wir schon haben. Die Zeitachse sollte man im Blick behalten. Bevor die Burgdorf GmbH richtig starten kann, liegt noch eine Kommunalwahl an.
Herr Fleischmann weist auf die aktuelle Lage der Unternehmen hin. Diese sind mit Investitionen zurückhaltend. Man sollte sich lieber eine Sache heraussuchen, wo die besten Chancen auf Umsetzung bestehen. Seines Erachtens wäre dies ein Gewerbegebiet bei Beinhorn mit einem direkten Anschluss zur Autobahn, wofür er schon mehrfach geworben hat. Herr Apel weist darauf hin, dass Krisenzeiten auch Gründerzeiten sind. Nunmehr liegt eine Struktur vor, so dass man in die konkrete Abarbeitung einsteigen kann.
Herr Sund bittet um regelmäßige Berichte zum Stand der Umsetzung. Frau Fritz sichert dies zu. Geplant ist ein regelmäßiger Bericht, damit ggf. auch rechtzeitig nachgesteuert werden kann. Herr Gawlik wünscht sich nicht nur eine jährliche Vorlage als Bericht, sondern im Rahmen der Ausschusssitzung kurze Informationen zwischendurch.
