Beschluss: einstimmig beschlossen

Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, geeignete Räumlichkeiten zu identifizieren, um die Soziale Gruppearbeit für bis zu sechs Kinder bzw. Jugendliche in Burgdorf fortsetzen zu können.

Parallel sollen die Anstrengungen verstärkt werden, um die vorhandenen Planstellen zur Fortsetzung der o.g. Gruppenarbeit möglichst vollumfänglich zu besetzen.


Frau Neitzel übernimmt den Vorsitz zu diesem Tagesordnungspunkt.

Frau Gersemann erläutert den Antrag. Bei der sozialen Gruppenarbeit handele es sich um eine Pflichtaufgabe im eigenen Wirkungskreis. Das „Wie“ entscheide die Stadt Burgdorf. Die Aufgabe könne durch eigene Ressourcen oder externe Anbieter*innen wahrgenommen werden. Die ursprüngliche Beschlussvorlage sei zurückgezogen worden, da sich die externen Anbieter*innen als doppelt so teuer herausgestellt hätten. Burgdorf biete mit dem Vorhalten einer eigenen Sozialen Gruppe ein Alleinstellungsmerkmal. Es müsse sich nun darum gekümmert werden, geeignete Räume zu finden. Sie habe in 2020 die damaligen Fachkräfte befragt. Damals hätte die Stadt in der Remise der „Villa Mercedes“ bereits für Abhilfe von etlichen Baumängeln gesorgt. Derzeit gebe es jedoch keine Örtlichkeit, die den Kindern im Rahmen der Gruppenarbeit die Geborgenheit eines geregelten Tagesablaufs bieten könne.

Herr Kugel teilt mit, dass die Soziale Gruppe „Die Wölfe“ zum Sommer 2023 vorerst eingestellt worden sei, da die beiden Kolleginnen die Stadt Burgdorf aus unterschiedlichen Interessenlagen heraus verlassen hätten. Bei der anschließenden Ausschreibung hätte sich von 3 Bewerber*innen nur einer tatsächlich fest für die Stelle interessiert. Da sich die Kolleg*innen vor Ort vertreten, sei lediglich ein Bewerber nicht ausreichend. Zwischenzeitlich habe es tiefgreifende Sorgen um die weitere Trägerschaft der öffentlichen Jugendhilfe vor Ort gegeben, so dass die Personalsuche für die „Wölfe“ vorübergehend nicht fortgeführt worden sei.

Es müsse nun geschaut werden, ob eine Sanierung der Remise an der „Villa Mercedes“ realisier- und finanzierbar sei. Die Gruppe sei durchgängig mit 6 Kindern belegt gewesen. Kinder aus dieser Gruppe, die weiterhin Unterstützungsbedarf hätten, seien teilweise in die Soziale Gruppe im JohnnyB. zu Herrn Kellmereit überführt worden. Andere seien nach Burgwedel in die Pestalozzistiftung gewechselt.

Herr Nijenhof bedauert, dass die Soziale Gruppe „Die Wölfe“ seit dem vergangenen Jahr nicht existent sei, da sie in 2023 ihr 25jähriges Jubiläum hätte feiern können. Der Bedarf für die Plätze sei definitiv vorhanden; sämtliche Plätze seien immer ausgelastet gewesen. Es müsse nun geklärt werden, ob die Gruppe aufrechterhalten werden solle oder die höheren Kosten für vergleichbare Leistungen extern in Kauf genommen werden sollten.

Herr Kugel merkt an, dass die Kosten über den Jugendhilfekostenausgleich mit einem Nachlauf von ca. 1-2 Jahren bis zu 80 % erstattet würden.

Frau Gersemann berichtet, dass sie am 17.10.2023 bei der Verwaltung den aktuellen Stand der „Wölfe“ erfragt habe. Dort habe sie erfahren, dass es 3 Bewerber*innen gebe, die in der folgenden Woche zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden seien.

Herr Kugel führt aus, dass nur 1 Bewerber ernsthaftes Interesse an der Stelle gehabt habe. Es passiere in der Praxis vermehrt, dass Bewerber*innen wieder abspringen und andere Angebote annehmen würden.

Frau Meinig unterstreicht, dass die Arbeit der „Wölfe“ wiederaufgenommen werden müsse. Personal- und Raumsuche müsse parallel zueinander laufen. Im Rahmen der Chancengleichheit müsse Kindern mit Unterstützungsbedarf eine Möglichkeit der Betreuung geboten werden.

Herr von Oettingen erkundigt sich, in welchem Alter die Kinder seien, die in der Sozialen Gruppe betreut würden.

Herr Kugel erläutert, dass es sich um Kinder im Grundschulalter handele. Beide Stränge, sowohl Raum- als auch Personalsuche, würden mit Nachdruck verfolgt. Bei akutem Unterstützungsbedarf werde eine individuelle interne oder externe Lösung gefunden.

Herr von Oettingen bietet als Interimslösung die Nutzung der Räumlichkeiten des „Aktiv-Treffs“ des DRK an.

Herr Engelen bedankt sich für das großzügige Angebot. Es sei jedoch zu bedenken, dass es sich bei der Einrichtung um ein Angebot im Rahmen der teilstationären Jugendhilfe handele, der eine Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes mit entsprechenden Maßgaben zugrunde liege. Die Kinder würden montags bis donnerstags ab ca. 11 Uhr bis 17 Uhr vor Ort sein. Das Mittagessen werde täglich frisch zubereitet.

Frau Ruhkopf erkundigt sich danach, wie die Auswahl der Kinder erfolge und wer den Unterstützungsbedarf feststelle. Sie favorisiere eine wohnortnahe Unterbringung.

Herr Engelen führt aus, dass die Familien dem Jugendamt aus ihrer täglichen Arbeit bekannt seien. Wenn ambulante Hilfen wie z.B. Erziehungsbeistandschaften, Sozialpädagogische Familienhilfen etc. nicht mehr ausreichten, eine vollstationäre Hilfe wie Heimerziehung oder Pflegefamilie aber noch nicht vonnöten sei, greife die Soziale Gruppe. Der Betreuungsschlüssel von 1:3 sei richtig und von großer Priorität. Ein wichtiger Aspekt sei zudem die Arbeit mit den Eltern der Kinder. Voraussetzung sei, dass die Elternteile ihre Kinder von der Gruppe abholten und dort ein kurzes Tür- und Angelgespräch mit entsprechenden Aufgabenstellungen für daheim erfolge.

Frau Gersemann weist darauf hin, dass das gemeinsame Mittagessen, die Hausaufgabenbetreuung und die normale Alltagsstruktur für die Kinder von großer Bedeutung seien. Ebenso wichtig sei die intensive Elternarbeit. Das Jugendamt stelle den Hilfebedarf fest und lege die Priorität fest. In der jüngsten Vergangenheit seien viele Lehrer*innen auf sie zugekommen und hätten nachgefragt, wann die „Wölfe“ ihre Arbeit wiederaufnehmen würden. Die Vernetzung mit den Schulen sei immer bestens gelaufen. Eine wohnortnahe Versorgung sei äußerst wichtig. Allein der Umstand, dass unterstützungsbedürftige Kinder derzeit nach Burgwedel hin- und zurückgebracht werden müssten, schlage mit einem Zeitaufwand von täglich 1 Stunde zu Buche. Diese Zeit gehe dem einzelnen Kind jeden Tag verloren.

Herr Engelen stellt klar, dass der Betreuungsschlüssel bei 1:3, mithin bei 2 Mitarbeiter*innen bei 2:6 liege.

Frau Meinig unterstreicht die Wichtigkeit der Wohnortnähe. Elternarbeit könne so hautnah im Gespräch erfolgen, während dies in Burgwedel nicht gegeben sei.

Herr Nijenhof fasst zusammen, dass der Ausschuss gewillt sei, die Soziale Gruppe wieder zu öffnen. Der Schwerpunkt sollte nun auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und Personal liegen.

Frau Gersemann erkundigt sich, ob der damalige interessierte Bewerber ggfs. noch zur Verfügung stände.

Antwort über das Protokoll:

Nach Mitteilung der Personalabteilung liegt das letzte Telefonat mit dem interessierten Bewerber schon einige Wochen zurück. Dabei habe der Bewerber weiterhin Interesse signalisiert. Da die Stellen derzeit nicht ausgeschrieben seien, sei seitdem keine weitere Kontaktaufnahme erfolgt.

Herr Engelen schlägt vor, zunächst die Suche nach entsprechenden Räumlichkeiten voranzutreiben und sich erst dann auf die Suche nach geeignetem Personal zu machen. In Zeiten des Fachkräftemangels sei es kaum vorstellbar, dass ein Bewerber allzu lange auf eine Stelle warte. Es sei sehr begrüßenswert, dass die Personalabteilung der Stadt Burgdorf die Bewerbungsverfahren inzwischen so verkürzt habe, dass Bewerber*innen innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung erhielten und auch Verträge umgehend verschickt würden. Die Verfahren seien deutlich verbessert worden, um Personal an die Stadt zu binden.

Herr Dr. Gebbe erkundigt sich nach den Planstellen innerhalb der Stadtverwaltung und möchte wissen, ob sich auch externe Organisationen für den Dienstleistungsauftrag der „Wölfe“ bewerben könnten.

Herr Engelen weist darauf hin, dass die Planstellen bei der Stadt vorhanden seien. Die Verwaltung hätte zwischenzeitlich angedacht, die Aufgaben extern zu vergeben, jedoch festgestellt, dass die Kosten immens in die Höhe gehen würden. Es sei daher günstiger, die Soziale Gruppe weiterhin selber zu betreiben. Ein externer Träger würde wirtschaftlich wesentlich teurer werden.

Frau Gersemann bekräftigt, dass die Politik nie darauf bedacht gewesen sei, die Soziale Gruppe „Die Wölfe“ nach extern abzugeben.

Herr Spiegl fragt an, ob es über die 6 Plätze hinaus noch weiteren Bedarf gebe.

Herr Engelen betont, dass die Plätze auskömmlich seien. Es habe mal eine Warteliste gegeben, aber diese sei nicht mehr existent. Bei einem Härtefall gebe es immer die Möglichkeit, eine externe Lösung in Anspruch zu nehmen. Es empfehle sich daher, das „alte“ Modell mit 2 Fachkräften und 6 Kindern weiter zu betreiben.

Frau Neitzel bittet um Abstimmung. Einstimmig ergeht folgender