Beschluss: vertagt

Die Mitglieder des Ortsrates äußerten sich überwiegend skeptisch zu dem vorliegenden Antrag. Der Impuls, sich mit der Friedhofskultur auseinanderzusetzen, sei insgesamt zu begrüßen. Allerdings erscheine dieser Ansatz hinsichtlich der Umsetzbarkeit recht zweifelhaft.

Im Hinblick auf die Zuständigkeit der Ortsräte für die in der Ortschaft gelegenen Friedhöfe sei interessant, wie sich die Ortsräte Otze und Schillerslage dazu positioniert haben.

Die Mitglieder des Ortsrates einigten sich darauf, diesen Tagesordnungspunkt bis zur nächsten Ortsratssitzung zu vertagen.

Ergänzung über das Protokoll:

Auszug Protokoll Ortsrat Schillerslage 27.01.2022:

Herr Bührke führte aus, dass der Magdalenenfriedhof unter Denkmalschutz stehe. Aus diesen Gründen betrachte er die angedachte dauerhafte Aufbewahrung von Grabsteinen bedeutender Bürger*innen auf dem Magdalenenfriedhof für äußert schwierig. Er empfehle bereits im Vorfeld von einer entsprechenden Lösung abzusehen, um unnötige Kosten und Mühen zu sparen.

Falls eine Möglichkeit entwickelt werden sollte, dann sollte der Grabstein oder die Platte der verstorbenen Person auf dem "heimischen" Friedhof verbleiben, wo einst die Bestattung stattgefunden hat. Die Möglichkeit müsse für alle Bürgerinnen und Bürger bestehen. Für nachkommende Generationen werde es ggf. gar nicht möglich sein, Verdienste zu erfassen und entsprechend zu würdigen. Die Entscheidungskompetenz muss beim jeweiligen Ortsrat verbleiben. Die zu erhebende Gebühr ist einmalig und angemessen zu gestalten.

Die in der Vorlage vorgeschlagene Gedenktafel könnte als Alternative für alle zuvor diskutierten Varianten dienen. Diese könnte außerdem, sofern aus vernünftigem Material hergestellt, die durch Grabaufgabe verloren gegangene Geschichte aller Friedhöfe wiederherstellen und auch für die Stadt eine kostengünstigere Alternative darstellen.

Frau Wietfeldt griff den von Herrn Bührke genannten Alternativvorschlag auf. Sie halte diesen für sehr gut und umsetzbar.

Herr Reißer ergänzte, dass sich der geschichtliche Hintergrund zur Entstehungsgeschichte des Schillerslager Friedhofes ebenfalls auf der Gedenktafel wiederfinden sollte. Der Erhalt der Hofgrabstellen werde von der Regelung noch gar nicht umfasst.

Herr Gawlik empfahl, den in der Vorlage dargestellten Vorschlag der SPD-Fraktion insgesamt abzulehnen. Im Fall der Auflösung einer Grabstätte eines verdienten Schillerslagers, sollte jeweils eine Einzelfallentscheidung getroffen werden.

Im Ergebnis wird der Vorschlag der SPD-Fraktion als problematisch bewertet. Die Entscheidung über den jeweiligen Umgang müsse bei den Ortsräten verbleiben.

Vorläufiger Auszug Protokoll Ortsrat Otze 04.02.2022:

Herr Buchholz erinnert, dass ursprünglich angedacht war, dies auf dem Magdalenenfriedhof in Burgdorf umzusetzen. Auf den Ortsteilfriedhöfen tendiere er eher zu einer Lösung mit Stele, an denen kleine Schilder zur Erinnerung an besondere Persönlichkeiten angebracht werden könnten. Große Grabsteine führen zu höheren Unterhaltungskosten und müssen laufend auf deren Standfestigkeit überprüft werden.

Bürgermeister Pollehn führt aus, dass die Intention des Antrages durchaus zu befürworten sei. Der gestiegene Anteil alternativer Beerdigungsformen führe dazu, dass immer weniger Menschen große Grabsteine anfertigen ließen. Gleichwohl zweifle er an der Sinnhaftigkeit, große Grabsteine von A nach B zu transportieren. Die Erinnerungskultur hochzuhalten, halte er für einen guten Vorschlag, die hier vorgeschlagene Art sei aber nur schwierig umsetzbar. Er berichtet, der Ortsrat Schillerslage sei zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Es gebe bessere Wege, die Erinnerungen und die Friedhofskultur für die Nachwelt zu erhalten.